Berlin, 01/2014.
 
Der Geschäftsführer von Klingenberg Berlin Bernd Neumaier hat in Zusammenarbeit mit dem Co-Geschäftsführer des Joint Venture Partners des Plakatzentrums Berlin, Gerhard Worch, eine Möglichkeit entwickelt, die Verwendung von Mega-Light-Boards, City-Light-Boards oder Premium Billboards mit einer zum Patent angemeldeten Verfahrensinnovation zu verbessern.
 
Seit Mitte der 90er Jahre werden diese Produkte als Weiterentwicklung der klassischen, geklebten Großflächen verwendet. Sie haben mit einer Breite von 356 cm und einer Höhe von 252 cm vergleichbare Maße zur Großfläche. Der bedeutende Unterschied ist jedoch, dass diese Plakatform nicht mehr geklebt, sondern in optisch und technisch hochwertigen, hinterleuchteten Vitrinen ausgehängt wird. In diesen können im Wechsel bis zu drei miteinander verbundene Plakate angezeigt werden. Sowohl Beleuchtung als auch Rotation erhöhen die Qualität des Aushangs und steigern die Aufmerksamkeitswerte. Mittlerweile gibt es alleine in Deutschland rund 15.000 dieser Wechsler. Die jährliche Kapazität bei Vollauslastung und wöchentlichen Wechsel der Plakatkampagne liegt somit bei 2,34 Mio. Plakaten.
 

Schwierige Bedingungen vor allem für Plakate in älteren Light-Boards

 
Die in der Außenwerbung etablierten Unternehmen, vorrangig WallDeceaux und die Ströer AG, verbesserten die Technik der Wechsler in den letzten Jahren immer weiter. Es gibt jedoch nach wie vor viele alte Wechslertypen, die die ausgehängten Plakate durch mechanische Beanspruchungen (z.B. Zugkräfte, Friktion) oder durch die thermischen Rahmenbedingungen (Plakate können beim Wechseln nass werden, Kondenswasser im Wechsler, große Temperaturschwankungen) stark beanspruchen. Das verwendete Bilderdruckpapier als Grundmaterial reagiert durch seine hygroskopischen Eigenschaften ausgesprochen stark auf diese Belastungen. Unter Umständen wird das Plakat durch Beschädigungen in seinen optischen Eigenschaften erheblich eingeschränkt oder - falls das Plakat ein- oder zerreißt -  wird der Wechsler gestoppt. Das ist  für das Unternehmen, das den Aushang durchführt, extrem kritisch, da es sich negativ auf die Werbekampagne und somit auf die Kunden auswirkt.
 
Um das zu vermeiden, gibt es in Deutschland Vorgaben, nach denen die Plakate nach dem Druck mit einer Kunststofffolie veredelt werden. Dabei wird der Druckbogen durch eine spezielle Folienkaschieranlage gefahren, mit einem Leim versehen, und die Folie flächig auf den Druckbogen aufgeklebt. Nach diesem Arbeitsgang werden vier einzelne Bögen in einem weiteren Produktionsschritt mittels Klebeband zu einem Plakat verklebt, welches wiederum mit anderen Plakaten mittels sogenannter Clipbänder zu einem Verbund gebracht wird.
 

Der Druck allein ist nicht alles: die schwierige Weiterverarbeitung

 
Beim Vorgang des Cellophanierens können die Plakate erst nach dem Druck veredelt werden, da die Folie auf ihrer Rückseite mit einem Konterdruck versehen ist, der die Farbbrillanz bei der Durchleuchtung verbessert. Auf dem deutschen Markt gibt es, bedingt durch das relativ große Bogenformat, nur sehr wenige Anbieter, die über entsprechende Fertigungseinrichtungen für die Bogenkaschierung verfügen. Auch verfügen die wenigsten Hersteller über diese Art von Druckmaschinen.
 
Dieser zusätzliche Arbeitsschritt der Folienlamination stellt ein Unternehmen vor massive technische, zeitliche und kommerzielle Herausforderungen. So ist dieser Prozess sehr zeitintensiv, zusätzliche Produktionszeit muss eingeplant werden. Für die Rüstung des Auftrags wird zudem bei der Laminierung Makulatur benötigt, was im Prozess eine Form der Verschwendung darstellt. Durch das Engagement von Klingenberg Berlin können diese Probleme nun aber umgangen werden.
 

Die Lösung des Problems: Maßgeschneiderte Kunststoffextrusion des Grundmaterials

 
Bei der neuartigen Veredlung ist, anstelle des Folienlaminats, bereits das Grundmaterial mit einer Beschichtung versehen, die dem Papier vergleichbaren Schutz und Stabilität verleiht. Die Besonderheit ist, dass diese im klassischen Offsetdruckverfahren ohne den Einsatz einer UV- Härtung, die beim Bedrucken von Kunststoff üblich ist, drucktechnisch ohne jegliche Einschränkungen bedruckbar ist.
 
Durch diesen innovativen Verfahrensschritt wird erstens die Haftung des Klebers auf dem Papier noch weiter verbessert werden, ohne dass die Optik verändert wird. Zweitens kann optional auf bestimmte Klebungen, beispielsweise die Verstärkungsklebung, die zur Erzielung zusätzlicher Haftung und Haltbarkeit über das Clipband gezogen wird, komplett verzichtet werden.
 

Plakatzentrum Berlin: Einfach, schnell und sicher

 
Mit der Anmeldung eines Patents auf das neuartige Wellpappensubstrat, unter dem Namen H3P, High Performance Poster Paper vermarktet wird, hat Klingenberg Berlin einen bedeutenden Schritt getan, um die Verwendung von Mega- und der City-Light-Boards in Zukunft zu forcieren. „Für alle Beteiligten in der Prozesskette, vom Flächenanbieter, dem Spezialmittler über die Druckerei hin zum Werbung treibenden Endkunden wird der Prozess einfacher, schneller und sicherer“, berichtet Bernd Neumaier.

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